sigma_space
Salon des Riso Refusés
Die ∑ SUMME launcht im Rahmen der I Never Read Messe im Juni 2026 ein neues Basel Off-Szenen Leporello mit einer Übersicht aller mit der ∑ SUMME verbandelten Off Spaces und Initativen.
Zur künstlerischen Vervollständigung dieses Projekts gab es einen Open Call für Riso Drucke. Leider konnten wir unter den vielen tollen Einsendungen nur drei Werke zum Druck aussuchen.
Daher launcht der sigma_space parallel zum Leporello Launch die Ausstellung 'Salon des Riso Refusés'. Hier zeigen wir eine Auswahl an Arbeiten aus dem Open Call zum Launch des ersten ∑ SUMME Offspace Stadtkarten Leporellos. Zusehen sind Arbeiten von:
Anna Caiata
Annegret Eisele
Gerda Maise
Giulia Martinelli
Parvez
Protoplast
Jennifer Merlyn Scherler
Jasmin Tanner
Sylwia Zawiślak



Anna Caiata
Grow Seed Grow
Das Werk steht in engem Bezug zum Kollektiv Schweizerische Samenbörse. Das in Basel verankerte Kollektiv bewegt sich zwischen Kunst und Natur und denkt über Samen und ihren persönlichen und sozialen Wert nach. Die zwei Figuren auf dem Bild tragen Anzüge als Referenz an die bankähnliche Ästhetik des Kollektivs. Im Zentrum steht die Pflanze, die durch gemeinsames Giessen wächst.


Annegret Eisele
neben dir, Nordwest
Die vorliegende Arbeit thematisiert das Ephemere, zum anderen den Umgang mit Ressourcen. Es geht um zufällige Momente, die sich als tiefe Erlebnisse in uns einschreiben können. Die Arbeit besteht aus weiter-verwendeten Alltagsmaterialien sowie Teilen von bemalten Papieren. Die Elemente liegen auf dem Boden, sind durch einen Windstoss flüchtig zusammengekommen, bestehen in dieser Konstellation nur eine gewisse Zeit. Die Fotografie zeigt einen Ausschnitt zur Dokumentation.


Gerda Maise
2 Soft Grids
Leintücher aus dem Fundus meiner längst verstorbenen Eltern. Seit mehr als 50 Jahren verwandle ich mit minimalen Eingriffen bereits Vorhandenes in etwas Neues. Innen- und Außenräume erscheinen so in einer anderen Atmosphäre und erhalten temporär eine neue Bedeutung. Meine Absicht ist es, eine Umgebung zu kreieren, welche das Publikum auffordert, über die Erwartungen nachzudenken, was Kunst ist und wie sie erscheinen sollte.


Giulia Martinelli
Be Bold
In Zeiten der Unsicherheit fällt es leichter, mutig zu sein, weil man nichts mehr zu verlieren hat. Es ist an der Zeit, etwas zu wagen, aus dem Komfortkäfig auszubrechen, der uns umgibt, und unseren Horizont und unsere Kreativität zu erweitern.


Parvez
Invisible nightmare (Unsichtbarer Albtraum)
Die Arbeit begann als Zusammenstellung von Bildern aus Kriegsgebieten, mit denen uns die sozialen Medien und die Nachrichten seit einigen Jahren täglich überschütten. Ich habe dann Ausschnitte aus zahlreichen Fotografien entnommen, um eine Collage zu erstellen. Die Strichzeichnung, die von roten Pinselstrichen umrandet ist, entstand anschließend, um die Collage als düsteres Bild darzustellen, das zwischen Traum und Wirklichkeit schwankt.


Protoplast
«morpholokoon»
Im September 2021 erschien das Protoplast-Artefakt «morpholokoon» (2 × 1,80 m, Paste-up auf Beton) unvermittelt in einer Unterführung bei der Gare du Nord in Basel. Die Arbeit verschränkt den Laokoon-Topos mit einem Motorrad und überträgt das antike Motiv von Verstrickung und Überwältigung in eine zeitgenössische urbane Ikonografie. Im Juni 2025 war sie während der Art Basel zudem in einer Plakatkampagne der Galerie Sammlung Amann, Stuttgart, rund um den Messeplatz präsent.


Jennifer Merlyn Scherler
The Moon Would Fix Me
Auszeit und Urlaub sind Privilegien: Wer reist und sich Freizeit leisten kann, erkauft sich einen gesonderten Status gegenüber Anderen. Der Weltraumtourismus spitzt dieses Phänomen zu – er ist nur den Superreichen vorbehalten. Die Arbeit geht von femme Internetmemes aus, die die Idee von Natur als romantischen Zufluchtsort und die Erwartung von Heilung durchReisen humorvoll aufgreifen. In diesem Szenario werden »Weltraum-Bros« wie Elon Musk und Jeff Bezos zu »Sad Girls«, die nach einer neuen Form der Emotionalität durch Weltraumtourismus suchen.




Jasmin Tanner
Die Serie visualisiert imaginäre Bilder parasitärer, symbiotischer und infiltrierender Systematiken unbekannten Ursprungs.


Sylwia Zawiślak
Waiting for better times
Die Arbeit zeigt eine deformierte Figur, die in einer engen, begrenzenden Box eingeschlossen ist. Der Körper ist unnatürlich zusammengedrückt und einer äußeren Struktur unterworfen. Der einzige Kontakt zur Außenwelt erfolgt durch eine kleine Öffnung. Die Figur versucht, hindurchzublicken, ohne zu wissen, dass ihre Sicht vermittelt ist – die Öffnung erweist sich als Periskop, das anstelle einer Perspektive lediglich das Bild einer dunklen Gewitterwolke zeigt.
Der Linolschnitt thematisiert den eingeschränkten Zugang zur Realität sowie die Art und Weise, wie soziale, kulturelle oder systemische Strukturen unsere Wahrnehmung formen. Die Arbeit verweist auf die Illusion von Wahlfreiheit und Perspektive und legt nahe, dass selbst der Versuch, über vorgegebene Grenzen hinauszublicken, kontrolliert und vorbestimmt sein kann.